Beratung, Begleitung und Informationen bei
Beschwerden zur psychiatrischen Versorgung
in Berlin

für: Nutzerinnen und Nutzer, Betroffene, Angehörige, Mitarbeitende

Medikamente

Jede Patientin und jeder Patient hat zunächst einmal ein Recht auf Selbstbestimmung und auf die autonome Entscheidungsfreiheit bezüglich der Behandlung, kann sich also auch gegen den ärztlichen Rat entscheiden und eine Behandlung ablehnen. Hinsichtlich der medikamentösen Behandlung ist die erforderliche Entscheidungsgrundlage für die Patientinnen und Patienten die ordnungsgemäße Aufklärung über die Chancen, aber auch über Risiken und Nebenwirkungen eines Medikaments, zu der jede Ärztin und jeder Arzt verpflichtet ist. Die Aufklärung sollte vor allem die Punkte Wirkungsweise des Medikaments, Indikation zur Verschreibung, Art und Dauer der Einnahme, Neben- und Wechselwirkungen und Verhaltensempfehlungen bei Nebenwirkungen beinhalten. Dennoch gehen bei der BIP immer wieder Beschwerden über die medikamentöse Behandlung ein. An dieser Stelle sind einige Informationen zum Thema Psychopharmaka zusammengestellt.

Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener bietet diverse Informationen und eine Psychopharmakaberatung an: „Soll ich die Psychopharmaka absetzen?" [PDF, 60 KB] - die Erstberatung findet kostenlos statt. Auch die Unabhängige Patientenberatung bietet eine telefonische Arzneimittelberatung an.

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit hat einen informativen Flyer zum Thema „Medikamentenabhängigkeit im Alter“ [PDF, 360 KB] entwickelt.

Beim Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt besteht die Selbsthilfegruppe „Psychopharmaka absetzen“ und die Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener e.V. (BOP&P e.V.) trägt auf „absetzen.info“ Informationen zum kompetenten Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und anderen Psychopharmaka zusammen.

Das von Peter Lehmann herausgegebene Buch „Erfolgreiches Absetzen von Psychopharmaka“ richtet sich an die Behandelten, ihre Angehörige und auch an Therapeutinnen und Therapeuten. Der folgende Artikel von Nils Greve, Barbara Diekmann und Margret Osterfeld aus der Psychosozialen Umschau 03/2005 bietet interessante Informationen zum Thema: Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika [PDF, 70 KB]. Weiterführende Informationen erhalten Sie in dem Psychopharmakaratgeber der drei Autorinnen und Autoren.

Dr. Volkmar Aderhold fasste in einer wissenschaftlichen Abhandlung zum Thema Neuroleptika viele Studien zusammen, die Degeneration der Gehirnmasse unter dem Einfluss von Neuroleptika untersucht. Darin stellt er fest, dass bereits nach 2-8 wöchige Anwendung von Neuroleptika zu so starker Neurodegeneration kommt, dass man diese mittels bildgebenden Verfahren nachweisen kann. Dr. Volkmar Aderhold hat freundlicherweise zugestimmt, seinen Text Neuroleptika minimal - warum und wie 2014 [PDF 1,6 MB] hier zu veröffentlichen.

 

 

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